Chemistry4Future wurde als Remote-Labor für Schulen konzipiert: Lernende sollen einen realen Experimentierstand über das Internet steuern und Reaktionen über Kameras und Sensoren verfolgen.
Versuche im kleinen Maßstab
Das Konzept nutzt Flüssigkeitstropfen als Reaktionsraum. Der ursprüngliche Entwurf sah schnelle, sichtbar beobachtbare Reaktionen ohne zusätzliche Wärmezufuhr vor. Die Auswahl und Durchführung erfordern eine fachliche Gefährdungsbeurteilung. Die räumliche Trennung der Lernenden beseitigt nicht die Risiken im Laborbetrieb.
Als geplante Themen wurden Kupfernachweis mit Ammoniak, Phenolphthalein als Säure-Base-Indikator, Stärkenachweis mit Lugolscher Lösung, Aminosäurenachweis mit Ninhydrin und Nitritnachweis mit Lunges-Reagenz genannt. Diese Aufzählung beschreibt den Projektentwurf und ist keine Anleitung zur eigenständigen Durchführung.
Fünf Lernpfade
Jeder Lernpfad sollte multimediale Inhalte, eine Wissensüberprüfung und ein Experiment verbinden. Als Referenz diente der sächsische Gymnasiallehrplan Chemie für die Klassenstufe 10 in der Fassung von 2019.
Forschung als Ausgangspunkt einer Spielgeschichte
Die Geschichte handelt von einer bedrohten Erde und der fiktiven molekularen Maschine „Planktym“. Sie greift den Chemie-Nobelpreis 2016 für die Entwicklung molekularer Maschinen auf. Ausgezeichnet wurden Jean-Pierre Sauvage, J. Fraser Stoddart und Bernard L. Feringa. Nobelpreis-Information.
Das Spiel verbindet reale chemische Themen mit einer erfundenen Rettungsmission. Ob es Interesse und Lernerfolg fördert, muss im Unterricht untersucht werden. Es ergänzt praktische Laborerfahrung, ersetzt aber nicht den Aufbau und die sichere Handhabung realer Geräte.
Quellen des ursprünglichen Konzepts
S. Matussek: „Lab in a drop. Experimente im Mikromaßstab – Teil 1“, MNU 68(4), 2015, S. 206–212. Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Gymnasium Chemie, 2019, S. 14–23.