Unklar ist bislang, wie der Regenwurm zu seinem Namen kam. Einerseits ist man der Meinung, wenn es regnet, verlassen die Regenwürmer ihre Wohnröhren im Erdreich, um nicht zu ertrinken. Aber anderseits kann es möglich sein, dass der Regenwurm mit dem Regen gar nichts zu tun. Denn er hat auf Grund seiner ständigen Arbeit in der Erde, seinen Namen schon im Mittelalter erhalten. Nämlich, „Reger Wurm“, das heißt so viel wie fleißiger, emsiger, ständig beschäftigter Wurm.
Der lichtscheue, blinde, taube und stumme Geselle ist unermüdlich mit Fressen und Häufchen machen beschäftigt. Dies Häufchen ist der beste Dünger der Welt. Diese wirbellosen Weichtiere sind Bohrgräber, die sich in der Erde ihre Wohnhöhlen bauen und damit den Boden umwühlen, ihn belüften sowie Nährstoffe schichten und anreichern.
Momentan sind auf der Welt circa 3000 Arten bekannt. Vom kleinen Mistwurm, von 4-14cm, welcher im Kompost lebt, bis hin zum australischen Regenwurm, der 2 bis 3m lang werden kann. Der in Deutschland bekannteste Regenwurm, ist der Tauwurm. Ihn findet man auf Wiesen,in Gärten und Obstanlagen. Er kann bis 30cm lang werden und hätte er keine Fressfeinde, könnte er ein stattliches Alter von 10 Jahren erreichen. In der freien Natur sind es meist nur 2 Jahre. Ein Irrglaube ist, dass, wenn man sie zerteilt, zwei Würmer entstehen. Aus eins macht zwei. Das ist falsch. Richtig ist, dass sich der vordere Teil regenerieren kann, soweit der Gürtel unbeschädigt ist. Denn dort befinden sich die überlebenswichtigen Organe. Der hintere Teil, der Schwanz des Regenwurmes, stirbt ab.
Im Kreislauf der Natur trägt der Regenwurm eine herausragende Rolle. Er sorgt für eine mächtige Humusproduktion, welche das Leben von Pflanze, Tier und Mensch erst ermöglicht. Denn die Voraussetzung für stabiles Wachstum, ist gesunder, nährstoffreicher Boden.
Wiesen, Gärten, Obstanlagen sie lieben feuchte und lockere Böden bohrt, wühlt unterirdisch bis 3m lange Gänge – wichtig ist feuchter, dunkler Boden schädlich für ihn ist Tageslicht - er vertrocknet baut Wohnhöhlen, tapeziert seine Wohnung mit Blättern und selbst produziertem Schleim diese Gänge lockeren, belüften und kompostieren die Erde am Tag ist er lieber in der dunklen, feuchten Erde meist in der Nacht auf Nahrungssuche im Frühling und im Herbst ist seine aktivste Zeit im Sommer und im Winter, fallen sie oft in eine Hitze-oder Kältestarre
Ertrinken Regenwürmer, wenn es regnet ???
Ganz genau ist das noch nicht erforscht. Die eine Theorie besagt, dass die Würmer vermutlich nicht vor dem Regen fliehen, sondern vor seinem Erdnachbaren dem Maulwurf. Trommelt und stampft man heftig auf den Boden, kriechen die Regenwürmer hervor. Die Erschütterung empfinden sie wie den heftigen Regen und das wiederum wie das Graben von herannahenden Maulwürfen. Und Regenwürmer stehen beim Maulwurf ganz oben auf der Speisekarte.
Forscher haben beobachtet, dass sie selbst nach monatelangen Überschwemmungen unbeschadet weiterleben, also sie nicht ertrinken.
Möglich wäre aber auch, eine andere Theorie, dass man die Regenwürmer an der Oberfläche antrifft, weil durch den Niederschlag Sauerstoffmangel in ihren Gängen entsteht und sie ersticken. Denn sie atmen durch die Haut.
Vielleicht aber, fühlen sich Regenwürmer im Regen einfach wohl. Ihre Haut bekommt so richtig viel Feuchtigkeit –vielleicht.
Fressverhalten
Er frisst ununterbrochen, Laub, Blätter, Falllaub, abgestorbene Pflanzenreste, Mikroorganismen. Meist in den Abendstunden und nachts. Sonnenlicht ist schädlich, sie vertrocknen. Ein Regenwurm zieht mit seinem Schlund bis 20 Blätter in die Wohnhöhle. Er klebt/tapeziert die Kost mit seinem Schleim. Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien zersetzen die Stoffe. Im vermoderten Zustand werden sie gefressen. Er vertilgt pro Tag/Nacht ungefähr die Hälfte seines Eigengewichtes. Die entstehenden Kothäufchen ergeben die neue fruchtbare Erde/Humus.
Fressfeinde
Vögel, Schnecken, Kröten, Blindschleichen, Käfer Füchse, Wildschweine, Dachse Hauptfressfeind ist der Maulwurf Maulwürfe haben den gleichen Lebensraum wie Regenwürmer. Und Regenwürmer gelten für sie als Nahrungsmittel Nummer 1.
Außerdem töten ihn auch Menschen mit Maschinen (Traktoren) oder Angler, die ihn als Köder benutzen.
Paarung
Regenwürmer sind Zwitter. sie haben männliche und weibliche Geschlechtsorgane, jeder Regenwurm kann sich mit jedem Regenwurm paaren, in Ausnahmefällen befruchten sie sich selbst, der Kopf zeigt zum Schwanzende des Partners, Klammerborsten und Schleim halten die Bauchseiten zusammen, der Schleim wird vom Gürtel des geschlechtsreifen Wurmes abgesondert, der Samen wird in die jeweils andere Samentasche gedrückt, er wird dort aufbewahrt, beide trennen sich wieder, am Gürtel wird ein Schleimring gebildet, der Wurm zieht sich langsam heraus, es werden Eier in den Schleimring abgegeben, sie werden mit dem fremden aufbewahrten Samen befruchtet, der Wurm streift den Schleimring ab, es entsteht ein zitronenförmig, blassgelber Kokon, so groß wie ein Weizenkorn, er wird in Wurmkot eingebettet, es können 20 bis 90 Kokons entstehen, nach 7 bis 10 Wochen schlüpfen kleine Würmer, Die Paarung findet hauptsächlich im Frühling und Herbst, im Schutze der Dunkelheit, statt. Sie dauert mehrere Stunden.
Aufbau und Fortbewegung
Er besteht aus einem Muskelschlauch. ( Ringmuskeln und Längsmuskeln) Er ist in Glieder, auch Segmente genannt, unterteilt. Es sind bei einem ausgewachsenen Regenwurm bis zu 200 Segmente. Jedes Segment hat 4 Paar Borsten. Der Gürtel oder Clitellum wird zur Fortpflanzung benötigt.
Durch Strecken sowie Zusammenziehen werden die Muskeln abwechselnd lang+dünn, kurz+dick und so kann er kriechen. Die Borsten verhindern das Zurückrutschen.
In seinem Kreislaufsystem sind 5 Paar Seitenherzen eingebettet. Er hat keine Lunge. Atmet durch die Haut. Er hat keine Augen, Ohren oder Nase. Er orientiert sich per Licht-und Sinneszellen, mit Tast-sowie Gravitätssinn. Er verfügt über einen Drucksinn, so kann er Erschütterungen wahrnehmen. In der Mundhöhle und auf der Haut befinden sich Sinnesknospen. Damit ist die Wahl der Speisekarte gewährleistet.