Punkte, Rollen und spielerische Herausforderungen können Lernaufgaben anders erfahrbar machen. Doch Freude am Spiel und fachlicher Lernfortschritt sind unterschiedliche Ergebnisse. Beide sollten getrennt betrachtet werden.
Gamification und Game-Based Learning unterscheiden
Gamification ergänzt einen nicht spielerischen Ablauf durch Spielelemente, etwa Fortschrittsanzeigen oder Abzeichen. Game-Based Learning nutzt ein Spiel selbst als Lernumgebung. Keiner der Ansätze garantiert von sich aus Motivation oder nachhaltigen Transfer.
Was eine Metaanalyse zeigt
Sailer und Homner fanden im Durchschnitt positive Effekte von Gamification auf Lernergebnisse. In methodisch strengeren Teilanalysen blieben die Ergebnisse für kognitive Leistungen stabiler als für Motivation und Verhalten. Die Wirkung unterscheidet sich also nach Ziel und Gestaltung. The Gamification of Learning: a Meta-analysis, 2020.
Spielmechanik am Lernziel ausrichten
Eine hilfreiche Gestaltungsfrage lautet: Welche Handlung im Spiel übt die gewünschte Fähigkeit? Wenn sich Punkte ohne diese Handlung sammeln lassen, passt der Anreiz möglicherweise nicht zum Lernziel.
In einem Planspiel können Teilnehmende beispielsweise unterschiedliche Rollen übernehmen, Entscheidungen begründen und ihre Folgen gemeinsam auswerten. Die Reflexion macht sichtbar, was aus dem Modell auf den Arbeitsalltag übertragbar ist.
Den Nutzen prüfen
- Welche fachliche Aufgabe sollen Lernende anschließend bewältigen?
- Welches Feedback erhalten sie bei Fehlern?
- Passt die Herausforderung zu ihren Voraussetzungen?
- Wie wird der Transfer außerhalb des Spiels geprüft?
Die Forschung bietet Anhaltspunkte für die Gestaltung. Ob ein bestimmtes Lernspiel sein Ziel erreicht, muss am konkreten Angebot untersucht werden.
Weitere fachliche Perspektiven auf spielbasiertes Lernen bieten Daisy Abbott, Bernd Remmele und Nicola Whitton. Die Links führen zu den Profilen der im Beitrag genannten Fachpersonen.