Eine starke Präventionskultur zeigt sich daran, dass Sicherheit und Gesundheit nicht nur auf dem Papier stehen, sondern im Arbeitsalltag selbstverständlich gelebt werden. In Unternehmen und Einrichtungen mit einer gut entwickelten Kultur der Prävention achten Führungskräfte und Beschäftigte gemeinsam auf Risiken, sprechen mögliche Gefahren offen an und suchen aktiv nach Verbesserungsmöglichkeiten. Sicherheit und Gesundheit werden dabei nicht als zusätzlicher Aufwand verstanden, sondern als wichtige Investition in die Zukunftsfähigkeit des Betriebs.
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, kurz DGUV, beschreibt die Kultur der Prävention anhand von sechs zentralen Handlungsfeldern: Führung, Kommunikation, Beteiligung, Fehlerkultur, Betriebsklima sowie Sicherheit und Gesundheit. Diese Bereiche machen sichtbar, wie Prävention im Unternehmen tatsächlich gelebt wird. Unterstützen Führungskräfte sicheres und gesundes Arbeiten aktiv? Werden Informationen klar und verständlich weitergegeben? Können Beschäftigte eigene Erfahrungen und Vorschläge einbringen? Wird aus Fehlern gelernt, statt Schuldige zu suchen? Herrscht ein wertschätzendes Betriebsklima? Und sind Sicherheit und Gesundheit fest in Abläufe, Entscheidungen und Strukturen eingebunden?
Genau hier setzt der KulturCheck der DGUV beziehungsweise des Instituts für Arbeit und Gesundheit der DGUV, kurz IAG, an. Der KulturCheck ist ein Analyse- und Reflexionsinstrument, mit dem Unternehmen und Einrichtungen ihre Präventionskultur systematisch erfassen und weiterentwickeln können. Er eignet sich besonders für Organisationen ab einer Größe von mindestens 50 Beschäftigten und bietet eine fundierte Standortbestimmung: Wo steht das Unternehmen bereits gut da? In welchen Bereichen gibt es Entwicklungsbedarf? Und welche konkreten Maßnahmen können helfen, Sicherheit und Gesundheit noch stärker im Alltag zu verankern?
Der KulturCheck betrachtet dabei nicht nur formale Strukturen, sondern auch die Wahrnehmung der Beschäftigten. Im sogenannten StrukturCheck werden die vorhandenen Rahmenbedingungen in den sechs Handlungsfeldern betrachtet, etwa bestehende Regeln, organisatorische Abläufe, Kommunikationswege oder Arbeitsmittel. Ergänzend dazu erfasst der BeschäftigtenCheck anonymisiert die Sicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dadurch entsteht ein umfassendes Bild der gelebten Präventionskultur: Was ist bereits gut organisiert, und wie kommt es tatsächlich bei den Menschen im Betrieb an?
Ein großer Vorteil des KulturChecks liegt darin, dass er nicht bei der Analyse stehen bleibt. Die Ergebnisse liefern konkrete Hinweise darauf, welche Themen priorisiert werden sollten und welche Maßnahmen sinnvoll sein können. So kann zum Beispiel sichtbar werden, dass ein Unternehmen zwar klare Sicherheitsregeln hat, diese aber im Alltag nicht ausreichend kommuniziert werden. Oder es zeigt sich, dass Beschäftigte Verbesserungsvorschläge einbringen möchten, dafür aber bislang keine geeigneten Beteiligungsformate bestehen. Der KulturCheck macht solche Ansatzpunkte greifbar und unterstützt Unternehmen dabei, gezielt ins Handeln zu kommen.
Ein praktisches Beispiel zeigt den Nutzen besonders deutlich: Stellt ein Unternehmen durch den KulturCheck fest, dass die Fehlerkultur verbessert werden sollte, können daraus konkrete Maßnahmen entstehen. Workshops, Gesprächsrunden oder regelmäßige Austauschformate helfen dabei, Fehler offen anzusprechen, Ursachen zu analysieren und gemeinsam daraus zu lernen. Statt Schuldzuweisungen entsteht ein Klima, in dem Beschäftigte frühzeitig auf Risiken hinweisen und Verbesserungsideen einbringen. Genau das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer starken Präventionskultur.
Ergänzend zum KulturCheck bietet die DGUV mit dem Online-Lernprogramm „werde.kulturprofi“ ein weiteres praxisnahes Instrument an. Während der KulturCheck vor allem der Analyse und Standortbestimmung dient, unterstützt „werde.kulturprofi“ dabei, konkrete Ideen für den Arbeitsalltag zu entwickeln. Das Lernprogramm richtet sich insbesondere an Unternehmerinnen und Unternehmer sowie an Fach- und Führungskräfte aus kleinen und mittleren Unternehmen und Einrichtungen.
Das Besondere an „werde.kulturprofi“ ist der spielerische Ansatz. Die Teilnehmenden schlüpfen in die Rolle des Leiters einer Tischlerei und erleben zehn typische Situationen aus dem Arbeitsalltag. Dabei begegnen ihnen unterschiedliche Verhaltensweisen der Beschäftigten, die mal mehr und mal weniger sicher und gesundheitsgerecht sind. In jeder Situation entscheiden die Nutzerinnen und Nutzer, wie sie reagieren würden. Anschließend erhalten sie Rückmeldung, hilfreiche Hinweise und konkrete Vorschläge, wie sie in vergleichbaren Situationen noch besser handeln können.
Auf diese Weise vermittelt das Online-Lernprogramm wichtige Inhalte rund um Sicherheit, Gesundheit und Prävention besonders anschaulich. Themen wie Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Sicherheitsgespräche oder das gemeinsame Lernen aus kritischen Situationen werden nicht abstrakt erklärt, sondern direkt in praxisnahen Szenarien erfahrbar gemacht. Das macht „werde.kulturprofi“ nicht nur informativ, sondern auch motivierend – gerade für kleinere Betriebe, in denen kurze, alltagsnahe Lernformate besonders wertvoll sind.
Die Bearbeitung des Programms dauert etwa 50 Minuten. Es kann allein oder gemeinsam in einer Kleingruppe durchgeführt werden. Zusätzlich stehen Hintergrundinformationen zur Verfügung, und am Ende können die Teilnehmenden sogar einen konkreten Maßnahmenplan für den eigenen Betrieb erstellen. Die Bearbeitung lässt sich jederzeit unterbrechen und später fortsetzen, wodurch das Lernprogramm flexibel in den Arbeitsalltag integriert werden kann.
KulturCheck und „werde.kulturprofi“ ergänzen sich ideal. Der KulturCheck zeigt, wo ein Unternehmen in Bezug auf seine Präventionskultur steht. Das Online-Lernprogramm gibt Impulse, wie Führungskräfte, Präventionsfachleute und Verantwortliche konkrete Verbesserungen anstoßen können. Gemeinsam helfen beide Angebote dabei, Sicherheit und Gesundheit nicht nur als gesetzliche Pflicht, sondern als festen Bestandteil der Unternehmenskultur zu verstehen.
Wer Prävention ernst nimmt, stärkt nicht nur den Arbeits- und Gesundheitsschutz, sondern auch Motivation, Vertrauen und Zusammenarbeit im Unternehmen. Eine gute Präventionskultur trägt dazu bei, Unfälle und Gesundheitsrisiken zu vermeiden, Beschäftigte einzubinden und betriebliche Abläufe nachhaltig zu verbessern. Sie ist damit ein wichtiger Baustein für erfolgreiche, verantwortungsvolle und zukunftsfähige Organisationen.
Machen Sie den nächsten Schritt auf dem Weg zu einer gelebten Kultur der Prävention. Wir unterstützen Sie dabei, den KulturCheck sinnvoll einzusetzen, Ergebnisse richtig einzuordnen und wirksame Maßnahmen für Ihr Unternehmen abzuleiten.
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