Capture · Wissen erfassen

Wissen sichern, bevor der Meister in Rente geht

Der KI-Interviewer fragt Ihre Meister, Einrichter und Instandhalter nach dem, was in keiner Arbeitsanweisung steht. Beobachtung am Arbeitsplatz und Prozessdaten kommen dazu – heraus kommen Wissensmodule mit Quelle, Version und Freigabe.

2 × 45 Minuten pro Woche je WissensträgerFreigabe durch den Wissensgeber selbstEU-gehostet, Musterbetriebsvereinbarung inklusive

Die Ausgangslage

Der Renteneintritt steht im Kalender. Das Wissen steht nirgends.

Die Personalplanung kennt das Datum. Was am letzten Arbeitstag mit durch das Werkstor geht, kennt niemand: Ursachen, Ausnahmen und Handgriffe aus drei oder vier Jahrzehnten an denselben Anlagen.

Das eigentliche Risiko

Was ein Meister nach 38 Berufsjahren mitnimmt, steht in keinem Übergabeprotokoll.

Die Arbeitsanweisung beschreibt den Sollprozess. Der Meister kennt den Istprozess: warum Presse P4 anders eingestellt wird als P5, welches Geräusch eine Stunde Fehlersuche spart und welcher Handgriff in der Nachtschicht Verletzungen verhindert. Das gibt er in den letzten Wochen mündlich weiter – wenn Zeit dafür ist. Meist ist keine.

  • 01

    Übergabe in den letzten vier Wochen

    Die Nachfolge ist – wenn überhaupt – kurz vor dem Austritt besetzt. Was in vier Wochen nebenher erzählt wird, ist ein Bruchteil dessen, was nach dreißig Jahren im Kopf ist.

  • 02

    Der Ordner ersetzt keinen Menschen

    Handschriftliche Notizen, Excel-Listen, Fotos auf dem privaten Handy: Das Wissen existiert, aber niemand findet es, wenn die Anlage steht und die Schicht wartet.

  • 03

    Nach der Rente klingelt das Telefon

    Der Ehemalige bleibt die Wissensquelle – bis er nicht mehr abnimmt. Dann beginnt das Lernen durch Fehler: Anfahrausschuss, Nacharbeit, Stillstände.

  • 04

    Welle statt Einzelfall

    Altersteilzeit und geburtenstarke Jahrgänge: Es geht nicht ein Meister. In 36 Monaten gehen die Einrichter einer ganzen Halle – und die Nachfolger sind noch in der Einarbeitung.

Der Capture-Ablauf

Vier Schritte vom Kopf des Meisters ins Wissensmodul

Kein Fragebogen, keine Schreibarbeit: Der Ablauf passt in eine Schicht, und der Wissensgeber sieht jederzeit, was gespeichert wird – und was nicht.

Interview01

KI-Interview in der Arbeitszeit

Zwei Einheiten von 45 Minuten pro Woche, am Arbeitsplatz. Der KI-Interviewer fragt nach Ursachen, Ausnahmen und Handgriffen, hakt nach, wenn eine Antwort zu allgemein bleibt, und nimmt Sprache auf statt Tastatureingaben zu verlangen.

Beobachtung02

Beobachtung am Arbeitsplatz

Was sich nicht erzählen lässt, wird gezeigt: Foto und kurze Videosequenz vom Rüstvorgang, von der Spannlage oder vom Geräusch im Leerhub. Aufgenommen wird nur, was der Wissensgeber freigibt – keine Zeiten, keine Stückzahlen, keine Leistungsdaten.

Prozessdaten03

Prozessdaten zuordnen

Vorhandene Arbeitsanweisungen, Parametersätze, Störmeldungen und – wo vorhanden – Maschinendaten werden dem Modul zugeordnet. Aus Erzähltem wird ein prüfbarer Zusammenhang: Situation, Ursache, Vorgehen, Sicherheitshinweis.

Freigabe04

Freigabe durch den Wissensgeber

Der Meister prüft den Modulentwurf, korrigiert und gibt frei. Erst dann erhält das Modul Quelle und Versionsnummer und darf im Copiloten antworten. Er bleibt Autor – und wird bei jeder Antwort als Quelle genannt.

2 × 45Minpro Woche je Wissensträger – in der Arbeitszeit, am Arbeitsplatz, freiwillig
6Wochenvom Wissensrisiko-Check bis zu freigegebenen Modulen, die im Copiloten antworten
40JahreZielwert je Wissensträger: ein ganzes Berufsleben gesichert – Zielwert aus der SupraTix-Strategie, ersetzt durch Ergebnisse der Design-Partner
EUgehostet und mandantengetrennt; die Wissensmodule bleiben Ihr Eigentum und sind in offenen Formaten exportierbar

Was am Ende vorliegt

Drei Bausteine, ein gesichertes Berufsleben

Interview, Beobachtung und Modul greifen ineinander. Jeder Baustein ist für sich nutzbar – zusammen ergeben sie das, was ein Nachfolger an der Maschine tatsächlich braucht.

01 / Interview

Das KI-Interview: strukturiert statt zufällig

Ein Leitfaden je Funktion – Einrichter, Instandhalter, Anlagenfahrer – mit Nachfragen zu Ursachen, Ausnahmen und Tricks, die in keiner Arbeitsanweisung stehen. Ergebnis: Aufnahme, Transkript und ein Modulentwurf, den der Wissensgeber prüft. Ein Video „So läuft ein Wissensinterview“ folgt an dieser Stelle.

Beispiel Maschinenbau: Inbetriebnahmewissen
02 / Beobachtung

Beobachtung am Arbeitsplatz: zeigen statt beschreiben

Rüsten, Anfahren, Störungssuche: Der Wissensgeber führt vor, das Werkzeug nimmt auf, was er dazu sagt – Foto, kurze Videosequenz, Sprachnotiz. Aufwand: Minuten während der Schicht, keine Schreibarbeit danach. Erfasst wird der Handgriff, nicht die Person.

Beispiel Automotive: Einrichter vor der Altersteilzeit
03 / Wissensmodul

Das Wissensmodul mit Freigabe

Situation, Ursache, Vorgehen, Sicherheitshinweis – mit Quelle, Version und Freigabedatum. Auditfähig nach ISO 9001, Kapitel 7.1.6, und sofort im Copiloten nutzbar, wenn der Nachfolger an der Maschine fragt. Anonymisiertes Beispielmodul auf Anfrage.

Audit-Trail und EU AI Act

Pilot in sechs Wochen

Vom Wissensrisiko-Check zum ersten freigegebenen Modul

Der Pilot beginnt bei den Personen mit dem nächsten Austrittsdatum – nicht beim größten Prozess. Fünf bis zehn Wissensträger, ein Pilotbereich, Betriebsrat und IT ab Kickoff.

Woche 1

Scope und Wissensrisiko-Check

Welche Meister, Einrichter und Instandhalter gehen in 36 Monaten? Wissensträger nach Austrittsdatum und Kritikalität ordnen, Pilotbereich festlegen.

Woche 2

Kickoff mit den Wissensgebern

Format erklären, Freiwilligkeit klären, Interviewplan in die Schichten legen. Erste KI-Interviews und Beobachtungen am Arbeitsplatz.

Woche 3

Module entstehen und werden freigegeben

Modulentwürfe aus Interview, Foto und Prozessdaten; die Wissensgeber prüfen, korrigieren und geben frei – mit Quelle, Version und Datum.

Woche 4

Twin-Grundmodell

Der Pilotprozess als digitaler Zwilling; Maschinendaten optional lesend über OPC UA oder Retrofit-Sensorik – auch ohne Anbindung geht es weiter.

Woche 5

Copilot im Pilotbereich

Nachfolger und Schichten fragen den Copiloten. Er antwortet ausschließlich mit freigegebenen Modulen und nennt den Wissensgeber als Quelle.

Woche 6

Auswertung und Entscheidung

Gesicherte Module, abgedeckte Funktionen, Fragen pro Schicht, Rückmeldung der Wissensgeber – die Grundlage für den Ausbau auf weitere Bereiche.

Mitbestimmung und Datensouveränität

Freiwillig, in der Arbeitszeit, ohne Leistungskontrolle

Für Betriebsrat, Wissensgeber und IT: Die Erfassung ist freiwillig, findet in der Arbeitszeit statt und speichert keine Leistungs- oder Verhaltensdaten. Die Musterbetriebsvereinbarung regelt Zweckbindung, Zugriff, Speicherdauer und Löschung – der Wissensgeber behält das Freigaberecht über seine Module.

EU-Hosting

Betrieb in europäischen Rechenzentren, DSGVO-konform, keine Datenübermittlung in Drittländer.

Mandantentrennung

Ihre Wissensbasis ist strikt von anderen Kunden getrennt – technisch und organisatorisch.

Kein fremdes Modelltraining

Ihre Daten trainieren keine öffentlichen Modelle. Modellagnostische Architektur, austauschbare LLMs.

Rollen und Freigaben

Rechtekonzept nach Rolle, Bereich und Vertraulichkeit; Wissen wird nur nach Freigabe sichtbar.

Audit-Trail

Erfassung, Freigabe, Änderung und Nutzung jeder Wissenseinheit sind nachvollziehbar und exportierbar.

EU-AI-Act-Dokumentation

Systembeschreibung, Risikoeinordnung, Transparenzhinweise und Schulungsnachweise als Paket.

Musterbetriebsvereinbarung

Vorlage für die Mitbestimmung: Zweckbindung, keine Leistungs- und Verhaltenskontrolle.

Freiwilligkeit der Wissensgeber

Experten entscheiden, was erfasst wird, und behalten das Freigaberecht über ihre Module.

[Zitat Design-Partner: Erfahrung eines Wissensgebers mit dem Interviewformat, Anzahl der gesicherten Module, Rückmeldung des Nachfolgers]
[Name, Funktion] · [Design-Partner, Branche, Standort]

Platzhalter – wird vor Veröffentlichung durch ein freigegebenes Zitat ersetzt oder entfernt.

Häufige Fragen

Was Werkleitung und Wissensgeber vor dem Start wissen wollen

Das Wissen unserer Meister lässt sich nicht aufschreiben.
Aufschreiben muss es niemand. Der KI-Interviewer fragt im Gespräch nach – warum, wann nicht, woran erkennen Sie das –, die Beobachtung am Arbeitsplatz nimmt Foto, Video und Sprache auf, und Prozessdaten liefern den Zusammenhang. Was sich nur zeigen lässt, wird gezeigt; der digitale Zwilling macht es später nachvollziehbar. Aus Erzähltem wird ein geprüftes Modul, kein Fließtext.
Unsere Experten haben dafür keine Zeit.
Der Aufwand ist festgelegt: zwei Einheiten von 45 Minuten pro Woche, in der Arbeitszeit, am Arbeitsplatz. Die Nachbereitung übernimmt das System; der Wissensgeber prüft und gibt frei. Über sechs Wochen sind das rund neun Stunden je Person – für die Erfahrung eines ganzen Berufslebens.
Unser Meister geht in vier Monaten. Ist es dafür schon zu spät?
Nein – aber es ist der Zeitpunkt, mit ihm anzufangen. Der Wissensrisiko-Check in Woche 1 setzt die Reihenfolge nach Austrittsdatum: Wer zuerst geht, wird zuerst interviewt. In sechs Wochen entstehen die Module zu den Situationen, die Ihr Werk am härtesten treffen würden – Rüsten, Anfahren, wiederkehrende Störungen. Der Rest folgt, solange der Wissensgeber im Haus ist.
Wird da nicht am Ende überwacht, wer wie arbeitet?
Nein. Erfasst wird Wissen, nicht Leistung: keine Zeiten, keine Stückzahlen, keine Bewertung von Personen. Der Wissensgeber sieht jedes Modul vor der Speicherung und gibt es frei oder nicht. Eine Musterbetriebsvereinbarung schließt Leistungs- und Verhaltenskontrolle aus und regelt Zugriff, Speicherdauer und Löschung – der Betriebsrat ist ab Kickoff dabei.
Was hat der Meister davon, sein Wissen abzugeben?
Er gibt es nicht ab, er bleibt Autor. Jede Antwort des Copiloten nennt ihn als Quelle; die Nachfolger fragen das System statt sein privates Telefon. Für viele Wissensgeber ist das der geregelte Übergang, den sie sich wünschen: Anerkennung für das, was sie aufgebaut haben, und Entlastung in den letzten Monaten vor dem Austritt.
Wem gehören die Wissensmodule – und was passiert bei einem Anbieterwechsel?
Die Module sind Ihr Eigentum. Sie werden EU-gehostet und mandantengetrennt betrieben, trainieren keine fremden Modelle und lassen sich jederzeit in offenen Formaten exportieren. Die Architektur ist modellagnostisch: Das Sprachmodell ist austauschbar, das Wissen bleibt im Werk.

Der nächste Schritt

Wer geht in Ihrem Werk in den nächsten 36 Monaten?

Im Wissensrisiko-Check ordnen wir gemeinsam Ihre Wissensträger nach Austrittsdatum und Kritikalität, benennen die ersten Interviewkandidaten und den Pilotbereich. Sie erhalten eine Liste, mit der Sie auf Werksebene entscheiden können – ohne Vorstandsbeschluss, ohne IT-Großprojekt.

  • Wissensträger nach Austrittsdatum und Kritikalität geordnet – Ihre Startliste für den Piloten
  • Interviewformat und Aufwand: zwei Einheiten von 45 Minuten pro Woche, in der Arbeitszeit
  • Musterbetriebsvereinbarung und Informationsblatt für Wissensgeber auf Anfrage

Direkter Kontakt: info@supratix.com · +49 351 3394 8400

Wissensrisiko-Check anfordern

Nennen Sie uns, wenn möglich, die Funktionen, in denen Renteneintritte anstehen. Wenn Sie zunächst eine Demo des Capture-Ablaufs wünschen, vermerken Sie es im Textfeld.